Das Ursula Blickle Lab lädt Sie und Ihre Freund:innen herzlich ein zu

to build to bury to remember

am Freitag, 15. Mai 2026, 19 Uhr

in den Räumen der Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal-UÖ

Eintritt frei

mit

Jenaba Samura
Lesung

Sarah Ama Duah mit Naomi Boima und Rositsa Mahdi
Performance

Erinnerung ist kein statischer Ort – sie wandert, verändert sich und taucht in Stimmen, Körpern und Bildern auf. Im Ursula Blickle Lab entsteht ein Raum, der zeigt: Erinnerung ist an den Blick geknüpft und an die Fragen, wer sieht, wer wird gesehen und was bleibt unsichtbar. Hier wird Erinnerung greifbar, spürbar – und offenbart, wie sie durch Körper weitergetragen wird. Die Autorin Jenaba Samura schreibt aus afro-diasporischer Perspektive über Zugehörigkeit, Intimität und die Zerbrechlichkeit von Erinnerung. Ihre Lesung verbindet persönliche Geschichten mit kollektiven Erzählungen – zwischen klarer Gewissheit und fragmentarischem Gedenken.

Die Künstlerin Sarah Ama Duah erkundet in performativen und skulpturalen Arbeiten Formen des Erinnerns und die Dekonstruktion von kolonialen Denkmälern. In to build to bury to remember lädt sie das Publikum ein, den fetischisierten Status von diesen Monumenten zu hinterfragen. In Auseinandersetzung mit traditionellen Skulpturen und Gedenkkulturen erschaffen drei Performer:innen lebendige, fragile Monumente – hybride Formen aus Latex und Körpern, die sich ständig neu bilden und wieder auflösen und so zu Trägern von Geschichten werden.

Fragen nach Erinnerungskultur, Blickregimen und den Erfahrungsräumen der Afro-Diaspora verbinden die literarische und die künstlerische Position, die im Rahmen der Projektreihe art.poetry.space aufeinandertreffen.

Im Anschluss an das Programm laden wir Sie gerne zum Apéro ein.

Gestaltung: Leon Stark

Informationen zu den beteiligten Künstlerinnen

Sarah Ama Duah (* in Bremen) ist eine deutsch-ghanaische Künstlerin und Modedesignerin, die in Berlin lebt und arbeitet. Sie studierte Bildende Kunst und Mode und verfolgt in ihrer Arbeit einen interdisziplinären Ansatz, der Skulptur, Performance, Mode und Installation verbindet. Duahs künstlerische Praxis untersucht aus Afro-deutscher Perspektive die komplexe Beziehung zwischen historischer Erzählung und ihrer Manifestation in kulturellen Erinnerungsartefakten. Besonders bekannt ist sie für ihre Auseinandersetzung mit Denkmälern, Körpern und temporären Formen der Erinnerung, wobei sie starre historische Narrative hinterfragt und diese Reflektionen in Ihren Arbeiten materialisiert, dabei eigenständige visuelle Narrative entwickelt.

Ihre Werke wurden auf internationalen Plattformen wie der Ghana Fashion Week, SCCA Tamale und im HKW Berlin gezeigt. Duah ist Stipendiatin renommierter Programme wie Schloss Balmoral und war Teilnehmerin des Artist Residency-Programms perforcraZe International in Kumasi. 2025 erhielt sie den erstmals ausgelobten Wolfram Beck Preis für Bildhauerei.  
In ihren Performances und Skulpturen lotet sie die Grenzen zwischen Körper, Skulptur und kollektivem Gedächtnis aus und schafft so temporäre Denkmäler, die das Unerzählte und Verborgene sichtbar machen. In ihrer Serie to build to bury to remember untersucht Sarah Ama Duah kritisch den Umgang mit Denkmälern und stellt etablierte historische Narrative infrage. Die performative Serie bewegt sich an der Schnittstelle von Skulptur und Körper: Gemeinsam mit ihren Mitwirkenden entwickelt Duah vergängliche Denkmalformen, die den starren, autoritären Charakter imperialer Skulpturen des europäischen Kanons bewusst unterlaufen. Durch den Einsatz von Materialien wie Latex und Archivalien , die sichtbar werden und sich wieder entziehen, entsteht ein flüchtiges Tablau vivant welches die Afro-diaspora im Kontext europäischer Hochkultur verhandelt. Die Arbeit thematisiert so die Komplexität von Erinnerung, Macht und kollektiver Geschichte und stellt den offiziellen Narrativen alternative, vielschichtige Perspektiven gegenüber.

Jenaba Samura (sie/ihr) ist freie Autorin, Podcast Host und Moderatorin, hierbei bewegt sie sich immer wieder an der Schnittstelle von Theater/Politik. 

Als Promovendin der Kulturwissenschaften forscht sie aktuell im Projekt „Schwarze Narrative transkultureller Aneignung“ zu Imaginationen eines Schwarzen Europas. 

In ihrer Poesie beschäftigen sie vor allem transgenerationale Fragen von Familie, Freund:innenschaft und Zugehörigkeit.

Das Ursula Blickle Lab richtet einen besonderen Fokus auf die Grenzbereiche klassischer künstlerischer Disziplinen. Das Programm wird von Prof. Dr. Stephan Krass und Sebastian Winkler konzipiert und betreut.

Rückblick: art.poetry.space

mit

Kinga Tóth – Lieder mit Stein und Glas 

Orest Skakun – Der Roboter schämt sich automatisch

am 24. Oktober 2025 in der Ursula Blickle Stiftung

Wir danken Kinga Tóth und Orest Skakun für die Entwicklung ihrer Perfomances, allen Gästen für den interessanten Austausch, sowie allen, die an der Realisierung dieses Projekts mitgearbeitet haben.

Das Ursula Blickle Lab lädt Sie und Ihre Freund:innen herzlich ein zu

art.poetry.space

am Freitag, 24. Oktober 2025, 19 Uhr
in den Räumen der Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal-UÖ
Eintritt frei

mit

Kinga Tóth

Lieder mit Stein und Glas

Orest Skakun

Der Roboter schämt sich automatisch

In Cyrano de Bergeracs Roman L’ autre Monde aus dem 17. Jahrhundert unternimmt der Protagonist eine Reise zum Mond. Dort trifft er eine wunderliche Klientel an. Die Bewohner des fernen Himmelskörpers ernähren sich von Duft, benutzen Sonette als Zahlungsmittel und verständigen sich mithilfe von Klängen und Tönen. Mondgesichter heißt das jüngste Buch der Lyrikerin und intermedialen Künstlerin Kinga Tóth. Bei ihren Auftritten inszeniert sie ihre Texte, als sei sie geradewegs aus de Bergeracs Roman entsprungen, klanglich und visuell in Performances und Installationen. Der Mond ist auch in der Gegenwartsliteratur durchaus präsent. Der Weg dorthin führt durch das Weltall. In einem Song des Lyrikers Orest Skakun, der in Rumänien geboren wurde, begegnen wir dem russischen Kosmonauten Alexej Leonow, der am 18. März 1965 als erster Mensch einen Weltraumspaziergang unternahm. Der Ausflug dauerte 12 Minuten und 9 Sekunden. Der Roboter schämt sich automatisch nennt Orest Skakun seinen Konzertauftritt, bei dem sein Sprechgesang – gleichsam als Kontrapunkt zum Digitalen – durch Einspielungen, die von drei Kassettendecks kommen, begleitet wird. Checken wir also ein für die Reise zu fernen Himmelskörpern.

Das Ursula Blickle Lab richtet einen besonderen Fokus auf die Grenzbereiche klassischer künstlerischer Disziplinen. Das Programm wird von Prof. Dr. Stephan Krass und Sebastian Winkler konzipiert und betreut.

Gestaltung Sophie Eckhardt, basierend auf einem Werk von Orest Skakun

Im Anschluss an das Programm laden wir Sie gerne zum Apéro ein.

Das Ursula Blickle Lab lädt Sie und Ihre Freund:innen herzlich ein zu

SOFERN ALLE SCHICHTEN FLIMMERN

am Freitag, 16. Mai 2025, 19 Uhr
in den Räumen der Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal-UÖ
Eintritt frei

mit

Hannah Schraven
wet archives

Ken Yamamoto
poetronica x performance

Unsere Sprache ist nicht nur ein Transportmittel für Informationen, sie ist auch ein Instrument. In der Sprache der Dichtung ist die Klangfarbe der Buchstaben und Silben immer hörbar geblieben. Sprache – zumal die poetische – ist Rhythmus, Melodie, Kolorit. Wir müssen nur unseren Ohren trauen und auf die Musikalität hören, die aus unseren Stimmen und Körpern spricht. In der Programmreihe art.poetry.space wollen wir dem Sound und der Akustik von Stimmen einen Resonanzraum geben. Bei dem Dichter und Spoken-Word-Künstler Ken Yamamoto trifft an der Schnittstelle von Poesie und Sound die urbane Geräuschkulisse Berlins auf eine Lyrikperformance, in der Konsonanten als Rhythmus pulsieren und Vokale sich zu Klangteppichen verweben. Seine Live-Hörstücke oszillieren zwischen Filmmusik, Field Recordings, elektronischer Ambient-Musik und gesprochenem Wort. Die Lyriker:in und Lecture-Performer:in Hannah Schraven sucht an der Schnittstelle von Gedichten und Bildender Kunst nach transluziden Zuständen, um die Körperlichkeit, die in der Sprache angelegt ist, physisch erfahrbar zu machen. Dabei arbeitet Hannah Schraven mit Video-Installationen, in denen sich Körper, Bild und Sprache symbiotisch miteinander verbinden, um uns durchlässig für unbetretene Erfahrungsräume zu machen.

Das Ursula Blickle Lab richtet einen besonderen Fokus auf die Grenzbereiche klassischer künstlerischer Disziplinen. Das Programm wird von Prof. Dr. Stephan Krass und Sebastian Winkler konzipiert und betreut.

Design: Alena Schumacher


Im Anschluss an das Programm laden wir Sie gerne zum Apéro ein.

Rückblick «Die Maschine, die mich schreibt»

– eine performative Lesung von Francis Karat

am 25. Oktober 2024 in der Ursula Blickle Stiftung.

Wir danken Benjamin Breitkopf, Frank Bierlein und Johannes Bauer, sowie Fabian Jung und Luise Peschko!

Ausserdem gilt unser herzlicher Dank allen, die an diesem Projekt und seiner Realisierung mitgearbeitet haben.

Weitere Informationen zum Kollektiv «Francis Karat» finden sie unter
https://www.francis-karat.com/

Fotos: Sebastian Heck

Das Ursula Blickle Lab lädt Sie und Ihre Freund:innen herzlich ein!

die Maschine, die mich schreibt.

eine performative Lesung von Francis Karat

Freitag, 25. Oktober 2024

19 Uhr

In den Räumen der Ursula Blickle Stiftung Kraichtal / Unteröwisheim

Eintritt frei

Wir folgen dem Schriftsteller Francis Karat bei seinen Erkundungen in eine neue kreative Ära.

Strudelnd im rabbithole der Sprach-KI ertrinken Identitäten im Meer der Daten, und das Feuer wird zum zweiten Mal erfunden.

Eine performative Lesung als Odyssee in die unendlichen Räume der künstlichen Intelligenz.

Hallo Maschine. Wie ist es, du zu sein?

Im Anschluß an das Programm laden wir Sie gerne zum Apéro ein.

Das Ursula Blickle Lab richtet einen besonderen Fokus auf die Grenzbereiche klassischer künstlerischer Disziplinen. Das Programm wird von Prof. Dr. Stephan Krass und Sebastian Winkler konzipiert und betreut.

Das Ursula Blickle Lab lädt Sie und Ihre Freunde herzlich ein zu

art.poetry.space

am Freitag, 03. Mai 2024, 19 Uhr

in den Räumen der Ursula Blickle Stiftung, Kraichtal-UÖ

Eintritt frei 

mit

Maria Tackmann mit Eva Löbau

Where are you? 

Juliane Liebert mit Ani Mijatovic 

FREE INTERNET ACCESS AT THE TIME OF DISASTER 

und einer Soundintervention von Christian Claus

Wer auf eine message warte, beschied Hitchcock einmal einem übereifrigen Regieassistenten, der müsse zur Post gehen. Der Altmeister des suspense wusste genau, dass gerade unerwartete Botschaften das größte Überraschungspotential bergen. Ähnlich verhält es sich mit dem Suchen. Wer etwas findet, das er nicht gesucht hat, wird zum Entdecker. Fundstücke nennt die Künstlerin Maria Tackmann jene Objekte und Materialien, die ihr bei Streifzügen in der Natur oder in urbanen Räumen begegnen. Diese Trouvaillen sammelt sie ein und führt sie zu minimalistischen Arrangements zusammen. In ihrer Raum-Installation Where are you? wird zudem die Sprache zum Material der Beschreibung topographischer Orte. Vorgetragen von der Schauspielerin Eva Löbau hören wir akustische Momentaufnahmen aus dem Rasternetz der Metropole Athen, die Maria Tackmann während eines längeren Aufenthalts dort aufgezeichnet hat. Christian Claus liefert eine Soundcollage dazu. Das Material für ihre Gedichte findet auch die Lyrikerin Juliane Liebert auf den Boulevards der Großstadt, ebenso an den Niagarafällen, an einer Tankstelle in Lappland, auf Tanzflächen oder bei den Monden. Mit der Musikerin Ani Mijatovic stellt sie die Performance FREE INTERNET ACCESS AT THE TIME OF DISASTERvor. So können wir mit ihren „Liedern an das große Nichts“ das Überraschungspotential der poetischen Beobachtung entdecken. 

Das Ursula Blickle Lab richtet einen besonderen Fokus auf die Grenzbereiche klassischer künstlerischer Disziplinen. Das Programm wird von Prof. Dr. Stephan Krass und Sebastian Winkler konzipiert und betreut.

Im Anschluß an das Programm laden wir Sie gerne zum Apéro mit Kreationen von Maria Tackmann ein. 

Einladung art.poetry.space
art.poetry.space

Design: Erik Schöfer